SEI DU Conny Six
SEI DU   Conny Six 

 

Spirituelles KneipenWohnzimmer 

 

 

Überall kann ich mich zu Hause fühlen. Dabei ist es egal, wo der Ort ist.

Egal ist aber nicht, welche Menschen diesen Ort beleben. Denn jene machen ja dieses Gefühl in mir.
Wichtig sind die Menschen, mit denen ich mich unterhalte. Bei denen ich das Gefühl habe, diese schon ewig zu kennen.
So auch an diesem besonderen Ort, in einer Kneipe, die urig ist und die Menschen sind wie ich und Du.

In einem wunderschönem Dorf, klein und irgendwie verschlafen wirkend, ist diese Kneipe. Ja, ich könnte auch Wirtschaft oder Gasthaus sagen, aber ich finde die Kneipe einfach besser passt.
In dieser Kneipe also treffen sich einmal im Monat diese besonderen Menschen, zu einem Stammtisch der besonderen Art.
Esoterischer Stammtisch – Eso Stammi
Jetzt könnte man meinen, das sich dort all jene treffen, die Stimmen hören, Einhörner sehen und den Wind der Engelsflügel spüren.
Klar sind auch solche dabei, aber auch jene die sich noch nicht erinnern, an die besonderen Gaben, die ein jeder in sich trägt und doch mit ihnen lebt.
Da sind diese alten Frauen, die schon ihr Arbeitsleben hinter sich haben und nun ihr Lebensabend genießen dürfen. Nach schweren, harten Jahren wünscht man ihnen eine leichte und wunderbare Zeit, mit Wundern, die ein Lächeln in ihr Gesicht zaubern. Eine Frau aus meiner Heimat lebt seit Jahrzehnten schon in diesem Ort, sie musste schlimme Zeiten durchleben, bis sie das Glück in die Arme nahm.
Sie sieht Seelen, die uns voraus gegangen sind und sie hat ein Wissen in sich, an dem sie schwer zu tragen hat. Ich schaute in ihre Augen, horchte auf ihre Stimme und wollte sie einfach nur umarmen und ihr zu flüstern, das alles gut ist. Aber ich spürte, das dies nicht der richtige Moment war. Sie ist stark und weiß um ihre Kraft.
Aber auch jene, die noch nicht mit der Energie der anderen Seite in Berührung gekommen sind, treffen sich dort.
Es ist eine tolle Mischung, mit tollen Menschen. Männern wie Frauen in so jedem Alter.

Nun, bei diesem Stammtisch durfte ich meinen ersten Vortrag halten.
Hinein geschubst von meiner Freundin Sandra und ein paar anderen Frauen, denen ich vier Wochen vorher ein wenig von mir und meinem Leben erzählte.
Wer mich kennt der weiß, was ich in sehr kurzer Zeit reden kann und vor allem wie. Halt mit meiner ganzen Energie, dem Herzen und mit Freude.
Der Freude am Leben, das es jetzt schön ist.
Es war schon immer schön, nur anders schön.
Und so kam es, das ich eben vor und für die Menschen reden durfte. Mit der Überschrift,, weil das Leben einfach schön ist ,,
Sandra meinte, ich solle mir Notizen machen, da das Thema sehr umfassend ist und alles beinhalten kann. Sehr guter Vorschlag, kann ich mich ja ins Nimmerland reden, ohne den Weg zurückzufinden, lach.
Aber so richtig ist mir nichts Gescheites eingefallen. Zwei, drei Tage vor dem Termin habe ich mich dann doch hingesetzt und ein paar Zeilen geschrieben.
So weit so gut.

Mein Auto ist gepackt und das Navi an. Ich will zu Sandra fahren, um sie abzuholen und los geht’s.
Es geht los, aber in die falsche Richtung. Ich merke es nicht, weil ich geistig wohl nicht ganz auf der Strecke bin und wundere mich nur, dass die Stadtnamen nicht ganz stimmen.
Ich fahre irgendwo raus, rufe Sandra an und wundere mich, das mein Navi mit der richtigen Adresse in die andere Richtung fährt.
Was soll's, ich drehe um und komme eine Stunde später bei ihr an, wie geplant.
Ich verstehe diesen Sinn zwar nicht, aber irgendeinen Grund hat es schon. Außer meine Schusseligkeit.
Wir machen uns eine schöne Zeit am Chiemsee, essen lecker Fisch und genießen einfach die Luft und die Stille.

Angekommen in dem Dorf, geht erst einmal ins Zimmer, wo wir uns flott frisch und schick machen und dann auch relativ schnell in die Kneipe, wo einige Gäste schon da sind.
Wir begrüßen uns wie alte Freunde mit lachen und Umarmungen und freuen uns einfach, da zu sein.
In mir ist eine Ruhe, die ich als nicht normal empfinde. Sollte ich doch gleich vor Menschen reden, die ich teilweise noch nie gesehen habe oder nur einmal vor vier Wochen, bei Sandra ihrem Vortrag.

Es geht los. Ich werde angekündigt und schon stehe ich da und jetzt beginnt alles Neue.
Mit den Zetteln in der Hand versuche ich eine Unterhaltung zu beginnen, bei der ich mir nun nicht mehr sicher bin, ob ich das noch so will. Alle schauen mich an und ich weiß nicht, was erwartet wird.
Aber, ein zurück gibt es nicht.
Und so beginne ich holpern und stottern mit meinem Dialog.
Ich versuche meine Zuhörer mit einzubeziehen, stelle Fragen und gebe einfach den Ball weiter.
Nur blöd, dass er irgendwann nicht zu mir zurück kam, lach.
Die Unterhaltung war im vollem Gange, über das Navi des Lebens. Da ich meine Irr-fahrt zu Sandra erzählte.
Irgendwann konnte ich paar Worte für mich nutzen und zum Ursprung des Themas zurück kommen.
Weil das Leben einfach schön ist.
Ich erzählte von Beispielen aus meinem Leben, von meiner Familie, meinen Freunden und schon war ich in meinem Element.
Es ist doch ein Unterschied, ob ich an einem Tisch sitze und mich mit den Leuten unterhalte oder ob ich alleine rede und versuche, das der Faden nicht reist.
Ich sprach von ernsten Themen, aber auch von lustigen.
Wie halt das Leben so ist.
Dabei fiel mir ein, dass ich mal eine neue Winterjacke brauchte, aber ich keine kaufen wollte oder konnte.
Jedenfalls war ich verärgert und begann meinen Kleiderschrank aufzuräumen, um mich abzulenken / abzureagieren.
Und als ich am Boden alles raus schmiss, um neu zu sortieren, fand ich doch 3 Winterjacken, die ich total vergessen hatte. Sie waren irgendwann a bisserl zu eng, weg schmeißen wollte ich sie nicht und verstaute sie eben an diesem Platz.
Also diese Freude, sie zu finden und diese Freude, das alle 3 gepasst haben.
Ich schlupfte in eine rein, ging zu meinem Mann und sagte ;

,, Schau Schatz was ich gefunden habe.
Er bekommt große Augen und meint, wo denn. Es ist Sonntag, wo findet man denn jetzt neue Jacken ?
Ich ganz cool :

,, Ich war shoppen im Kleiderschrank.“
Also sein Blick war einfach unbezahlbar.
So auch die Gesichter an diesem Abend, bei dem Vortrag.
Das Lachen klingt jetzt noch in meinem Herzen nach.
Es war ein so schöner und gelungener Abend, das ich mich sehr lange daran erinnern werde.

Der Anfang ist gemacht, so wie er immer zu jeder Zeit gemacht werden kann, dieser eine neue Anfang.
Jeder hat die Möglichkeit und auch die Chance, es für sich selbst zu entscheiden.
Wie er leben möchte, ob er in und mit der Arbeit glücklich ist.
Jeder darf und kann für sich die Umgebung wählen, in der er leben möchte.
Manchmal braucht es einfach nur ein bisschen Mut dazu oder einen schubs vom Universum, den Freunden oder den Umständen.
Nur eines ist dabei ganz wichtig, nur eines zählt im Leben, das Du es selbst bestimmst und gestaltest.Das Du selbst damit gut leben kannst und das Du selbst dabei dieses eine gute Gefühl dabei hast und aus dem Herzen heraus sagen kannst;

Das Leben ist einfach schön.

Und so verabschiede ich mich bis zum nächste mal von einem Stammtisch der anderen Art, bei dem ich mich so wohl fühlte wie in meinem Wohnzimmer mit wundervollen Menschen.

Herzens Grüße